Maria Herrmann

Die Kirchen und das Neue

»Die Kirchen«, vor allem ihre Leitenden, machen zur Zeit einen großen Fehler in Bezug auf Innovation und neue Formen: Die meisten gehen davon aus, dass es sie (noch) nicht oder nicht mehr gibt. Dies hat Gründe, Folgen – und auch etwas Gutes.

Gründe

Dass sich etwas Grundlegendes an Formen und Strukturen der beiden großen Kirchen in Deutschland ändern muss, ist spätestens seit der Freiburger Studie offensichtlich. Die Zahlen der Wissenschaftler sind deutlich: Bis zum Jahr 2060 soll der Anteil der Kirchenmitglieder der beiden großen Konfessionen von 54,4% auf 31,1% sinken. Dass dies auf unterschiedlichen Ebenen institutionelle, inhaltliche, aber auch ekklesiologische Folgen haben würde, ist klar. Ob Versektung,
Überalterung, Aussterben – das scheint noch nicht entschieden. Doch eigentlich hätte man die Vorzeichen schon seit Jahrzehnten ernstnehmen können, vielmehr müssen. Von einem »Ruck«, der nach dieser Prognose und anderer Hinweise durch die Kirchen geht, ist auch jetzt immer noch nichts zu spüren. Das ist aber vielleicht gar nicht möglich – oder nötig. (...)

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