Maria Herrmann

Aufbrechen

Vielleicht haben Sie schon einmal einen Gabentest in Ihrer Gemeinde gemacht? Charismenorientierung, so kann man das nennen, ist ein wichtiger Bestandteil von Kirchenentwicklung. Die Idee dabei ist, dass man das Wirken des Heiligen Geistes auch in der Unterschiedlichkeit der Menschen erkennen kann. Denn die Geistkraft schenkt eben unterschiedliche Begabungen, im Griechischen eben Charismen. Da gibt es welche, die können gut zuhören. Wärme und Sicherheit schenken. Andere haben den Überblick über das, was zu organisieren ist. Wieder andere finden für alles den richtigen Klang, das richtige Wort.

Was ich seit einigen Wochen beobachte ist dazu noch Folgendes: Es gibt diese Gaben nicht nur an und für sich. In der Arbeit eines Pfarreirats, in der Leitung eines Pfadfinderverbandes, in einer Familienbildungsstätte. Charismen haben auch die Eigenschaft zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich zur Geltung zu kommen. Da gibt es zum Beispiel die einen, die gut bleiben können. Andere, die gut losgehen können, vor allem dann, wenn sie wissen wohin. Und dann gibt es wieder andere, die brechen am liebsten auf, wenn sie gar nicht wissen, was sie erwartet. Darin zeigt sich Geistkraft und das konnte man in der letzten Zeit erleben. Auch in den kommenden Wochen wird dieses Aufbrechen wichtiger denn je sein. Diese Art heilige Unruhe ist eine Gabe. Wo kann sie hinführen?

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