Maria Herrmann

Fussball und Frauen

Ich liebe Fußball. Seit mein Vater mich als kleines Mädchen zu Spielen mitgenommen hat liebe ich diesen Sport. Dabei geht es mir gar nicht ums Gewinnen – das wäre als Anhängerin des 1. FC Nürnberg auch recht aussichtslos. Ich mag das Spiel, die Leidenschaft – und dass man mit dem Fußball auch einfach nur ein gemeinsames Thema zum Diskutieren haben kann. – Vor wenigen Tagen war eine Expertin zu Gast in einer der erfolgreichsten Fußball-Talkshows. Zur besten Sonntagsmesse-Zeit diskutieren hier im Fernsehen sonst ausschließlich Männer über die Bundesliga-Spiele des Wochenendes. Das Verhalten einiger anderer Experten der Runde der Expertin gegenüber und viele der Reaktionen in den Sozialen Medien waren beklemmend, sie brauchen hier nicht wiederholt werden: »Frauenfragen« existieren offensichtlich auch im Fußball.

Ich finde diese Wahrnehmung wichtig. Denn, man könnte ja durchaus den Eindruck gewinnen, dass das Miteinander der Geschlechter nur in der Kirche ein Thema ist. Ich denke, es ist umgekehrt: Weil es noch immer zu übergriffigen Kommentaren führt, wenn eine Frau über Fußball spricht, weil es immer noch selbstverständlich ist, dass eine berufstätige Frau die meiste Carearbeit macht, weil Frauen weniger verdienen, muss sich in der Kirche etwas ändern – sie muss eine Gemeinschaft sein, in der Menschen Kraft und Hoffnung tanken können, um gegen ungerechte Strukturen aufzustehen.

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