Maria Herrmann

Vorwärts ist keine Richtung

Vor mehr als sechs Jahren hielt ich meine erste Predigt. Ich hielt sie nicht alleine. Zu zweit waren wir gesandt, zu zweit standen wir da. Es war eine Predigt zu unserer gemeinsamen Einführung. Sandra und ich sprachen uns darin gegenseitig Mut zu für die Aufgabe, die da anstand: Kirchehoch2 verstetigen und immer schön auf der Suche nach einer Ökumene der Sendung bleiben. Was nach der Predigt folgte, waren fünf sehr großartige Jahre, die mich Dankbarkeit lehren. Unserer Beauftragung folgte die Verortung in eigenen Räumen in einem Ladenlokal im hannöverschen Linden. Heute habe ich zum letzten Mal die Türe des Kirchehoch2 Büros hinter mir zugeschlossen. Die Schlüssel werden abgegeben. Ich habe die Arbeit damit beendet. Kirchehoch2 gibt es in dieser Form nicht mehr.

Von Anfang an, haben wir uns nicht vor den großen Fragen in unserer Arbeit gescheut: Wie kann das gehen, Christin und Christ sein im 21. Jahrhundert — zwischen Tradition und Innovation? Was heißt das für die Landeskirche Hannovers und das Bistum Hildesheim? Zwischen Gemeindegründung und Kirchenentwicklung dachten wir mit und nach und vor — und immer von Herzen ökumenisch.

Was für ein Auftrag! Der Mut war so notwendig: Hatte der Kongress mehr als ein Jahr zuvor viele Erwartungen geweckt. Der Name, die Marke schien immer größer zu werden, zu wachsen. Gleichzeitig tauchten die ersten Entschäuschungserscheinungen auf. Noch lange mussten wir die Frage beantworten, wann denn der nächste Kongress sei. Man hätte so viel davon gehört, man höre ja so gar nichts mehr… Davon frei zu werden, hat gedauert.

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